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15. Juli 2019

DVG Jugend

Prüfungsfächer werden vor der Qualifikationsprüfung auch weiterhin nicht bekannt gegeben!

In den letzten Monaten erreichten die HJAV am bayerischen Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration vermehrt Anfragen bezüglich der Bekanntgabe der Prüfungsthemen vor der Zwischen- bzw. Qualifikationsprüfung an der Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich allgemeine innere Verwaltung, in Hof.

Hauptargument der Anfragen ist die gleichberechtigende Handhabe der Bekanntgabe in allen Fachbereichen, v.a. im Vergleich mit dem Fachbereich Finanzen.

Bei einem gemeinsamen Erörterungsgespräch der Vorsitzenden der HJAV, Frau Angermeier, der Gruppenvertreter der Beamten im Hauptpersonalrat und der Abteilung Z (=Zentrale Angelegenheiten) des bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Sport und Integration wurde über den gestellten Antrag beraten und verschiedene Modalitäten der Bekanntgabe diskutiert.

In Anlehnung an Art. 28 Abs. 1 Satz 1 LlbG argumentierte die Abteilung Z mit den im Gegensatz zu vielen anderen Fachbereichen vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Absolventen der HföD in Hof. Demnach verlangen die Dienstherren im Freistaat Bayern, dass die Prüflinge in allen Themengebieten die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Fachlaufbahn des allgemeinen nicht-technischen Verwaltungsdienst vorweisen können. Die könne v.a. durch die Zurückhaltung der Prüfungsthemen erreicht werden, da sich die Anwärter(innen) so umfassend auf die Qualifikationsprüfung vorbereiten und kein Fach vernachlässigt wird.

Darüber hinaus sieht das bayerischen Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration aufgrund der kontinuierlich bestehenden, sehr niedrigen Durchfallquoten aktuell keinen Handlungsbedarf.

Prüfungen sollen eine verlässliche Auskunft über das individuelle Leistungsprofil des Studierenden geben, welches über einen längeren Zeitraum hinweg erarbeitet wurde. In Anbetracht der Tatsache, dass das Studium vollständig finanziert wird und nur fachlich geeigneten Studierenden in den öffentlichen Dienst übernommen werden sollten, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt auf einem breiten Grundlagenwissen und nicht in Detailkenntnissen zu wenigen Spezialgebieten.

Eine kurzfristige Bekanntgabe eines abstrakten Themas (z.B. Baurecht, Kommunalrecht, Privatrecht) würde nur den Schwerpunkt der Aufgabe nach Auffassung des Erstellers und nicht des Prüflings widerspiegeln; eröffnet Raum für Anfechtungen und führt zur Vernachlässigung und Entwertung von „Nebenfächern“, die augenscheinlich kein Bestandteil der Prüfung wären.

Es bestehen zusätzlich Bedenken, dass Studierende durch Fernbleiben von unangenehmen Prüfungsaufgaben auf die Wiederholungsprüfung spekulieren. Darüber hinaus müsste das Niveau der Prüfungen sowie der Maßstab der Korrektur deutlich erhöht werden.

Im Vergleich mit den anderen fünf Fachbereichen der HföD musste festgestellt werden, dass dort im gesamten Studienablauf gravierende Unterschiede hinsichtlich der Dauer und dem Inhalt der fachtheoretischen Ausbildung bestehen und die einzelnen Prüfungen (u.a. die Zwischenprüfung, Leistungsnachweise, die Diplomarbeit) in jedem Fachbereich unterschiedlich gewichtet werden und sich die Endnote dementsprechend unterschiedlich zusammensetzt. Ein transparenter Vergleich ist somit kaum möglich.

Die Festlegung in § 54 FachV-nvD über die Verteilung der Prüfungen auf die verschiedenen Studienfachgruppen erscheint daher aus Sicht der Abteilung Z ausreichend.

Die HJAV bedauert, dass bezüglich der Bekanntgabe der Prüfungsaufgaben kein für die Studierenden positives Ergebnis erzielt werden konnte.

Eure
Annika Angermeier, HJAV